Über mich

Ich bin Miriam.
Ich bin ein ruhiger Mensch. Ich höre zu, bevor ich spreche, und nehme viel wahr.

Schon als Kind habe ich viel beobachtet. Wie Menschen miteinander sprechen, wie sie sich anschauen, wie sich etwas verändert, wenn jemand den Raum betritt.

Ich habe mich nicht immer wirklich gesehen gefühlt. Vielleicht schaue ich deshalb heute so genau hin.

Foto: Jana Welsch

Als meine eigenen Kinder klein waren, waren das sehr intensive Jahre. Voller Nähe, voller Alltagschaos, voller Müdigkeit – und gleichzeitig voller Wärme. Ich weiß noch, wie selbstverständlich sich ihre kleinen Hände angefühlt haben. Wie sie sich im Schlaf an mich gedrückt haben.
Und wie schnell das alles vorbeigegangen ist.

Wir hatten eine Kamera. Aber niemanden, der uns als Familie wirklich gesehen hat. Ich war meistens diejenige hinter dem Handy oder der Kamera. Auf vielen Bildern fehle ich. Und heute, wo meine Kinder größer werden, merke ich, wie sehr mir genau diese Bilder fehlen. Nicht die perfekten. Sondern die echten.

Vielleicht ist das der eigentliche Grund, warum ich Familien fotografiere.

Foto: Jana Welsch

Ich merke immer wieder, wie schnell sich etwas verändert, sobald jemand zuschaut. Ein kleiner Hinweis, ein „Stell dich mal hier hin“, ein „Schau mal kurz her“ – und plötzlich ist da ein Hauch von Anspannung.

Kinder reagieren besonders fein darauf.
Und auch wir Erwachsenen.

Deshalb halte ich mich zurück. Und lasse den Moment so, wie er gerade ist. Ich möchte niemanden aus einem echten Moment holen.

Ich bin lieber still im Raum, beobachte, warte – und wenn sich etwas Echtes zeigt, bin ich bereit.

Ich weiß, wie viel Vertrauen es braucht, jemanden so nah an sich heranzulassen.
Und genau das nehme ich nie als selbstverständlich.

Ich freue mich, von euch zu hören.